Das ganz normale Chaos, täglich frisch auf den Tisch. Direkt aus der hintersten Provinz in die Metropolen von Groß-Blogistan.


  1. Sucht?
  1. Sucht?

    Sat, 05 Jul 2008 08:42:45 +0200

    Es ist Wochenende, und in der deutschen Blogosphere ist fast Nix los. Und ich ertappe mich dabei, wie ich mir überlege, ob es was helfen würde, wenn ich den Feedreader erneut scannen lasse. Bin ich etwa Blogsüchtig geworden?

    Es ist schon so, dass ich den täglichen Input vermisse. Und nicht nur die sogenannten wichtigen Dinge wie z.B. die Befreiung von Ingrid Betancourt. Ich vermisse auch all die vielen bekloppten Kleinigkeiten, die ich schlicht und einfach gerne lese. Ich vermisse es.

    Heute finden in Reichelsheim die alljährlichen Ponyspiele statt. Meine Frau ist im Reitverein und daher bei dieser Veranstaltung aktiv. Mir sagt das Reiten Nichts. Daher bin ich nicht im Reitverein. Gut, heute Mittag gehe ich hin und werde zusammen mit meiner Frau ein Grillsteak mit Pommes reinschieben, und mich mit ein paar Leuten unterhalten. Aber ich habe bei mir den Eindruck, dass meine wesentlichen Kontakte in die Welt über das Web, speziell über Blogs gehen.

    Ist das nun unbedingt schlecht? Einerseits fehlt bei der Kommunikation über ein Schriftmedium natürlich die nonverbale Kommunikation. All das, was man so unter Körpersprache zusammenfasst. Andererseits hat man so aber die Gelegenheit, seine Gedanken doch etwas besser auszuarbeiten. Wenn's mal klemmt, kann man einen Moment innehalten, und wenn man dann wieder geeignete Worte findet, macht man weiter. Führt das dazu, dass man tiefer denkt? Nun, man reflektiert mehr. Ob das zu mehr Tiefe führt, sei mal dahingestellt. Aber wenn ich so die direkte und die indirekte (blogbasierte) Kommunikation vergleiche, so scheinen doch Beide ihre eigenen Vor- und Nachteile zu haben. Es muss nicht die eine Form besser sein als die andere.

    Während ich dies hier denke und schreibe, trinke ich einen Tee und höre ein Musikstück von Estampie: "La Galana y el Mar" von der CD "Deus et Diabolos". Hmmm ja, ich bin wohl ein Genussmensch.