Das ganz normale Chaos, täglich frisch auf den Tisch. Direkt aus der hintersten Provinz in die Metropolen von Groß-Blogistan.


Serenity

Heute mal etwas ganz Neues, Etwas, das ich noch nie gemacht habe: Eine Filmkritik. Ich bin kürzlich über eine DVD gestolpert, die wohl ein Spin-Off einer Fernsehserie ist: Serenity. Der Film war so gut, dass ich mir danach die DVDs der Fernsehserie gekauft habe. Diese sind zwar nicht ganz so gut wie der Kinofilm, aber immer noch um Größenordnungen besser als jede andere mir bekannte Serie.

Worum geht es?

Die Firefly-Serie und auch der Kinofilm Serenity sind vordergründig ein Science-Fiction Film. Schaut man etwas genauer hin, stellt man fest, dass es ein sehr interessanter Genre-Mix aus Science-Fiction und Western ist. Schon allein dieser Genremix macht diese Filme sehenswert.

Was mich aber wirklich am Meisten beeindruckt hat, das war die Handlung und die Darstellung der Charaktere. Da gibt es zum Einen die freundliche, hilfsbereite und zivilisierte "Allianz". Diese repräsentiert ganz offensichtlich genau das, was wir heute unter "zivilisierter Welt" verstehen. Also allem voran die USA, aber auch Europa. Und dann gibt es die Besatzung der Serenity: Gauner, Piraten, ungehobelte Rüpel, Grabräuber, Diebe. Und das sind sie wirklich. Da wird in dem Film Nichts verklärt und nichts romantisiert. Und doch haben sich ausgerechnet diese Piraten eine gewisse Menschlichkeit bewahrt, wohingegen die freundlichen und zivilisierten Allianzler aufgrund des monströsen Systems nur all zu leicht selbst zu Monstern werden. Das erinnert mich fatal an den Anspruch der USA als Weltpolizist und führende Nation und die "unzivilisierte" Dritte Welt auf der anderen Seite. Genauso, wie es wahr ist, dass die filmische "Allianz" die Segnungen der Zivilisation tatsächlich in die Tiefen des Universums bringt, mit Aspekten wie Sicherheit und einem geregelten Leben, genauso sicher bringen auch die USA und Europa eben diese Aspekte in die Welt. Und doch, trotz offensichtlich unzivilisierter Barbaren: Haben wir ein Recht dazu? Leben wir nicht in einem monströsen System, das durch seinen Absolutheitsanspruch jedwede Individualität und jedwede Vielfalt negiert und vernichtet?

Dieser Film bietet nicht nur recht nette Bilder, special effects und auch gelegentliche Action, dieser Film beinhaltet vor Allem eine nachdenklich machende Reflektion des Sendungsbewusstseins der sogenannten zivilisierten Welt. Vermutlich wurde gerade deswegen der Film nie ein großer Erfolg. Solche Aussagen werden nicht gern gehört. Doch der Film lohnt sich. Vor Allem der Kinofilm ist sehenswert. Und nachdenkenswert! Gerade im Kinofilm gibt es eine Aussage, die den Kern des Inhalts mit wenigen Worten perfekt zusammenfasst: Wir wollten immer nur das Beste. Eine ganz ehrliche und ehrlich gemeinte Aussage. Und doch hat dieses "Beste" zu einer großen Katastrophe geführt. Wer sind wir, dass wir glauben, zu wissen, was "das Beste" ist?


0 Kommentare