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Piraten als unfreiwillige Friedensaktivisten

Mon, 29 Sep 2008 16:55:42 +0200

Es kommt ja leider immer wieder vor, dass kleine und große Schiffe speziell vor der Küste Somalias von Piraten gekapert werden. In der Regel werden die Waren verscherbelt und die Menschen gegen Lösegeld wieder freigelassen.

Kürzlich hat so eine Piratenbande allerdings ein ziemlich heisses Ding gekapert: Ein ukrainisches Schiff voller Panzer. Was diesen Akt der Piraterie angeht, so ist das die eine Sache. Aber, wie die TAZ richtig bemerkt, es gibt auch noch einen anderen Aspekt. Die Tatsache, dass da ein Schiff voller Panzer anscheinend für den Sudan oder für einen anderen afrikanischen Staat bestimmt war, zeigt, a) dass und b) von wem Afrika aufgerüstet wird. Und die Piraten? Die drohen damit, wenn ihrer Erpressung nicht nachgekommen wird, die Frachtpapiere zu veröffentlichen. Das hieße, dass dann alle Welt erfährt, wer hier wen genau aufrüstet. Sowohl der Lieferant als auch der Empfänger stünden damit weltweit öffentlich am Pranger. Ich kann nur hoffen, dass nicht bezahlt wird. Und wenn doch, dann hat man zumindest einen der Waffenschieber ausfindig gemacht, nämlich denjenigen, der bezahlt.

Dass Kriminelle und Piraten auf diese Art nicht ganz freiwillig zu Friedensaktivisten und Helfern der UNO werden, das dürfte allerdings neu in der Geschichte der Menschheit sein.


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