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Die Geschichte lügt

Wed, 01 Oct 2008 20:26:43 +0200

Geschichte lügt. Im Blog von Oldman geht es um die Darstellung der RAF-Terroristen im Film/Buch "der Baader-Meinhoff Komplex". Und zumindest zum Teil scheint es wahr zu sein: Diese Mörder sind heute fast schon Helden. Dabei sollte man sich man vor Augen halten, dass die RAF-Terroristen nichts Anderes als Mörder waren. Und, was erschwerend hinzu kommt, die RAF-Terroristen haben durch ihre kriminellen Machenschaften dem Staat den notwendigen Vorwand geliefert, die Bürgerrechte systhematisch auszuhöhlen und abzubauen. Dass wir heute einen Überwachungsstaat haben, das haben wir auch der RAF zu verdanken.

Doch so ist das mit Geschichte. Und je weiter zurück die kriminellen Machenschaften eines Individuums oder einer Gruppe sind, um so verklärter und heldenhafter wird das heute gesehen. Julius Cäsar? Ein geldgieriger Ehrgeizling, der nahezu ein ganzes Volk auf dem Gewissen hat. Und das nur, weil er auf das gallische Gold scharf war. Der Schinderhannes? Heute beinahe ein Volksheld. Dabei war er einfach nur ein Krimineller, der dazu anscheinend auch noch kräftige sadistische Neigungen hatte. Robin Hood, der Rächer der Enterbten? War er wirklich so, wie das heute dargestellt wird? Der erste Chinesische Kaiser, heute fast wie ein Gott verehrt: Ein machtgeiler Emporkömmling, der rücksichtslos und brutal gegen Alle vorging, die seinem grenzenlosen Machtstreben im Wege waren. Kolumbus? Ein beutegieriger Abenteurer. Und so weiter, und so weiter. Schaut man sich an, was diese angeblich so "Großen" wirklich getan und geleistet haben, so müsste man sich eigentlich mit Grausen abwenden. Doch die Geschichte lügt. Sie lügt uns was vor, damit wir uns selbst in die Tasche lügen können. Und so glauben wir an das Recht des Stärkeren, an Selektionsdruck und natürliche Auslese, und daran, dass Jeder seine eigenen Wünsche und Ziele umsetzen muss auf Teufel komm raus. Schließlich haben es uns ja die "Großen" so vorgemacht.


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