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Gewinnbeteiligung

Sat, 04 Oct 2008 12:42:06 +0200

Woher kommt eigentlich der immense Reichtum der Spitzenmanager? Nun, sie bekommen zunächst mal ein fürstliches Gehalt. Das alleine reicht aber nicht. Es reicht weder, um den Reichtum zu erklären, noch reicht es den Beziehern dieser Gehälter zum leben. Also, wo kommt der größte Teil des Geldes her? Dieses Geld kommt von sogenannten variablen Bezügen. Das sind zum Beispiel Provisionen. Oder andere Boni, die abhängig vom Firmengewinn berechnet und ausgezahlt werden. Diese variablen Bezüge sollen, ganz marktwirtschaftlich gedacht, die Motivation der Manager fördern, möglichst hohe Gewinne zu machen. Weil, an den Gewinnen sind sie ja persönlich beteiligt.

So weit, so gut. So lange eine Firma satte Gewinne macht, klingelt so bei Allen, die variable Bezüge haben, die Kasse. Da ist zunächst mal nicht viel dagegen zu sagen. Doch was passiert, wenn die Gewinne einer Firma negativ ausfallen? Wenn also die Firma Verluste macht? Gerechterweise müssten eigentlich Alle, die von den Gewinnen einer Firma persönlich profitieren, zum gleichen Teil auch für die Verluste einer Firma haften. Wer an den Gewinnen einer Firma persönlich beteiligt ist, sollte auch richtig beteiligt werden. Egal, ob die Gewinne positiv oder negativ ausfallen. Es ist ein himmelschreiendes Unrecht, dass manche nur an den positiven Gewinnen einer Firma beteiligt sind, und die Meisten bei positiven Gewinnen in die Röhre gucken, wenn aber die Gewinne negativ ausfallen, dann sind es plötzlich die Anderen, die daran beteiligt werden. Durch Kündigung, Sozialabbau und Verlust der Kaufkraft durch Reallohnsenkung. Bislang kassiert eine Minderheit die Gewinne und trägt die Mehrheit die Verluste. Und zwar jeweils ausschließlich.

Ich finde, wer am Gewinn beteiligt ist, sollte auch richtig beteiligt werden. Also auch am Verlust. Und zwar zu eben dem Teil, an dem er auch am Gewinn beteiligt ist. Also, zum Beispiel: Man könnte alle Provisionen und andere variablen Bezüge zusammenzählen, die jeder Bankangestellte in den USA im letzten Jahr kassiert hat. Da käme eine Summe X heraus. Nun rechnet man aus, wie viel Prozent davon jeder Einzelne persönlich kassiert hat. Genau so viel Prozent von 700 Milliarden Dollar müsste nun jeder Einzelne davon bezahlen. Das wäre gerecht. Und wer nicht so viel hat, muss eben einen Teil seines Gehaltes verpfänden. So, wie jeder andere Schuldner auch.

Also, ich habe zwar 2007 Nix mehr bekommen (arbeitslos), aber davor habe ich in einer amerikanischen Firma gearbeitet, und, wenn ich mich richtig erinnere, eine Jahresprovision von ungefähr 150 Euro bekommen. Rechnet man das gegen die Gesamtsumme aller Provisionen, dann käme da ein Anteil von ein paar Nanopromille bei raus. Vielleicht müsste ich da mit einem Euro für die Misere grade stehen. Das würde ich machen. Wenn alle anderen Provisionsbezieher auch ihren Anteil leisten würden.


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