Das ganz normale Chaos, täglich frisch auf den Tisch. Direkt aus der hintersten Provinz in die Metropolen von Groß-Blogistan.


  1. Steuern rauf? Steuern runter?
  1. Steuern rauf? Steuern runter?

    Tue, 20 May 2008 08:52:38 +0200

    Deutschlands Bevölkerung verarmt. Die Regierung summt wie ein angestochener Hornissenschwarm. Die Einen wollen sofort die Steuern senken, die Anderen wollen stattdessen die Reichen höher besteuern. Und so wird Flick auf Flick, Fleck auf Fleck unser Steuersystem immer unhandlicher und unübersichtlicher gemacht. Der eigentliche Zweck der Steuern ist unter all den Flicken gar nicht mehr erkennbar.

    Auch Martina Kausch vom Blog "Kausch and friends" fügt ihre eigenen Vorschläge hinzu. Die Vorschläge sind sogar recht gut. Aber wenn Sie Ihre Vorschläge im Blog ausbreitet, dann kann ich das auch. Und ich meine, dass die ganze Misere sehr viel gründlicher angegangen werden muss. Eine grundlegende Steuerreform muss her:

    1. Zunächst definiere man einen Betrag A. Den kann man Grundversorgung nennen. Dieser Betrag sollte Hartz4 ersetzen und unbürokratisch (und ohne Schikanen) ausbezahlt werden.
    2. Dazu definiere man einen zweiten Betrag B. Dieser sollte signifikant höher sein als die Grundversorgung. Bis zu diesem Einkommen müssen keine Steuern gezahlt werden. Dieses Einkommen kann eine Grundversorgung enthalten. Bis zu diesem Betrag wird also Nichts von der Grundversorgung gestrichen. Erst, wer insgesamt mehr Einkommen hat, bekommt dies mit der Grundversorgung verrechnet, so lange, bis diese Grundversorgung Null wird.
    3. Jede Art von Einkommen, die über diesem Betrag B liegt, wird besteuert. Und zwar einheitlich und ohne Ausnahmen. Egal, ob dieses Geld per abhängiger Arbeit verdient wurde, als Zinsgewinn anfällt, als Lottogewinn oder auf der Straße gefunden wurde. Es wird einfach das gesamte Einkommen zusammengezählt, und der Teil, der über dem Betrag B liegt, wird zu einem einheitlichen Prozentsatz versteuert.
    4. Personen, die einen gemeinsamen Haushalt führen, können zusammen veranlagt werden. Das heisst, die Beträge A und B werden mit der Anzahl der beteiligten Personen multipliziert, die Einkommen aller Personen zusammengezählt, und was über den Steuerfreibetrag B hinausgeht, wird nach dem einheitlichen Steuersatz besteuert. Ohne Ausnahme. Der klassische Fall eines solchen gemeinsamen Haushalts ist wohl die Familie. Aber auch Klöster, Frauenhäuser oder Wohngemeinschaften kämen in Frage.

    Mit diesem System könnte man sich eine spezielle Reichensteuer sparen und hätte trotz einheitlichem Steuersatz gerade die unteren Einkommen drastisch entlastet. Bei höheren Einkommen beginnt die Belastung langsam zu steigen und wird bei exorbitanten Einkommen schließlich hoch. Ganz ohne Sonderfälle und ähnliche Schlupflöcher. Und Jeder könnte sich seine Steuern selber auf einem Bierdeckel ausrechnen.