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Argumente statt Beschimpfung

Wed, 19 Aug 2009 09:50:37 +0200

Unter diesem Titel schreibt Markus bei Netzpolitik über ein unangenehmes Phänomen, das man seit einiger Zeit vermehrt beobachten kann. Bei politischen Artikeln entgleisen immer häufiger die Kommentare. Das ist nicht nur undemokratisch und menschenunwürdig, was da zum Teil verzapft wird, das ist auch Wasser auf die Mühlen der Internetgegner. Beweisen solche Kommentatoren doch die Theorie der Regierung, dass im Internet nur Schmutz und Dreck zu finden ist.

Ich kann diese Kommentatoren durchaus verstehen. Wir fühlen uns nicht respektiert und werden ignoriert, man bezichtigt uns der abenteuerlichsten Unmöglichkeitne, und trotzdem soll man anderen Menschen gegenüber Respekt zeigen? Ja, soll man. Schließlich sollen hier Werte vertreten werden wie Menschenwürde, Demokratie und Freiheit. Diesem Ziel ist es nicht gerade dienlich, wenn wir zu den gleichen Mitteln greifen wie die Zerstörer dieser Werte. Menschenwürde kann nicht dadurch geschützt werden, indem man sie mit Füßen tritt. Das geht genauso wenig, wie unsere Freiheit zu schützen, indem man sie abschafft. Wir sollten nicht die gleichen Fehler machen wie die etablierten Parteien. Auch, wenn's schwer fällt.

Ich habe an anderen Stellen hier und da schon mal darüber geschrieben in dem Sinn, dass ich es gut verstehe, dass den Politikern im Internet ein eiskalter Wind entgegen bläst. Und ich halte das nicht nur für folgerichtig und unvermeidlich, sondern auch für notwendig. Aber trotz aller noch so harscher Kritik sollten Schläge unter die Gürtellinie besser unterbleiben. Man tut Niemandem einen Gefallen damit. Auch, wenn es schwer fällt: Die Lügen der Regierung müssen durch solide Argumente auseinander genommen werden. Gelegentlicher Sarkasmus kann dabei nicht schaden. Aber bitte bei der Sache bleiben und nicht Irgendwen persönlich abkanzeln. Zu solchen Mitteln greifen die Anderen.


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