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Bezahlmodell

Thu, 03 Sep 2009 18:07:12 +0200

Ein tragfähiges Geschäftsmodell im Internet zu finden, das galt ja bislang als sehr schwierig. Gerade in der Blogosphäre. Einige Blogger liefern hochwertigen Inhalt, aber kaum Jemand kann davon leben. Manch einer wurschtelt mit Werbung herum, aber so richtig überzeugend ist das Alles nicht.

Jetzt hat vielleicht Burda ein Geschäftsmodell entdeckt. Man generiert keinen eigenen Inhalt, sondern aggregiert automatisch Inhalt von anderen Bloggern. Und zwar aus einer Liste von 12000 Quellen. Ich vermute mal, handverlesen. Dazu gibt's Werbung. Diese bringt Geld. Da das neue Portal viele gute Quellen zusammenfast, wird es auch vermutlich viele Besucher anziehen. Also wird vermutlich ordentlich Geld generiert. Aber im Gegensatz zu Google teilt Burda diese Einnamen mit den Autoren. Ich finde die Idee genial. Das könnte die Zeitung der Zukunft werden.

Ich werde wohl leider nicht davon profitieren, dazu sind meine Texte nicht hochwertig genug. Trotzdem, ein absolut notwendiger und längst überfälliger Schritt. Hoffentlich funktioniert es.

Klar ist Burda ein rein an Profit orientiertes Unternehmen. Sowas wie Bloggerehre (wenn es denn Sowas geben sollte) oder soziales Gewissen darf man von einer solchen Firma nicht erwarten. Dennoch könnten hier die Interessen der Autoren, der Firma und der Leser sinnvoll zusammen kommen. Im Detail bleibt natürlich zu beobachten, wie sich dieses Modell entwickelt. Die Regel ist ja eher die, dass solche Firmen die Autoren bis aufs Hemd ausziehen. Aber was bisher die Regel war, muss ja nicht für alle Zukunft so bleiben. Und wenn Burda es vergeigen sollte, die Idee kann auch von Anderen aufgegriffen werden.

Ach ja, Eines noch: Die verwendeten Quellen sollten entweder so lizensiert sein, dass einer Verwendung Nichts im Wege steht, oder Burda sollte sich um eine Lizenz bemühen. Fremde Inhalte einfach so zu übernehmen, ohne zu fragen, das ist schlechter Stil. Bezahlung hin, Bezahlung her, ein Blogger will gefragt werden. Das gehört einfach zum guten Ton. Und mal eben eine Anfrage via e-mail rauszuschicken, sollte ja nun nicht gerade unmöglich sein. Das muss ja nicht pro Artikel sein, das reicht auch einmal pro Blog generell.


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