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Das Schickedanz-Syndrom

Thu, 27 Aug 2009 09:57:35 +0200

Die armen Reichen. Sie fürchten, ihren Reichtum zu verlieren. Vorreiterin der Jammerfraktion ist die Karstadt-Erbin Schickedanz. Sie fürchtet, Alles zu verlieren.

Wo ist da das Problem? So lange sie gut aussieht, kann sie doch jederzeit als Sekretärin arbeiten. Sagen wir mal, als Chefsekretärin eines mittelständischen Unternehmens. Da muss sie zwar akzeptieren, dass sie drei mal pro Woche von ihrem Chef zusammengeschissen wird, weil dieser gerade mal schlechte Laune hat, aber das kann man weg stecken. Und für, sagen wir mal, 4000,-€ pro Monat kann man das doch gut wegstecken.

4000,-€ pro Monat. Das ist eine Menge Geld. Viel mehr als Hartz4. Gut, zugegeben, diese 4000,- stehen nicht komplett zum Ausgeben zur Verfügung. Davon gehen erst mal etwa 2000,- weg für Steuern und Sozialabgaben. Verbleiben 2000,-. Davon noch mal 1000,- runter für Miete. Verbleiben 1000,-. Etwa 200,- sollte man sparen für Heizung und Sonderausgaben (Autoreparaturen oder alle 15 Jahre ein neues Auto). Bleiben 800,-. Dann vielleicht 100,- fixe Kosten für Strom, Wasser, Müll. Damit blieben also 700,- übrig. Diese kann sie komplett für Lebensmittel ausgeben. Wenn sie sparsam ist, kann sie auch einen kleinen Teil davon auf die hohe Kante legen. Vielleicht 100,-€ im Monat. Damit wären ihre Milliarden an Vermögen doch ruck-zuck wieder vorhanden.

Wo also liegt das Problem?

Gut, angenommen, sie bekommt einen weniger gut bezahlten Job. Sagen wir als Empfangsdame mit vielleicht 2000,-€ brutto. Auch hier geht etwa die Hälfte weg für Steuern und Sozialabgaben. Verbleiben 1000,-€. Die Wohnung muss jetzt natürlich billiger werden. Man bekommt schon Billigwohnungen so um die 500,-€. Bleiben 500,-€ übrig. Davon 200,-€ weglegen für Heizung und Auto. Bleiben 300,-€. Noch mal 100,-€ weg für Strom, Wasser und Müll. Bleiben 200,-€ übrig. Na gut, hier wird's knapp. Aber mit viel Pellkartoffeln mit Quark und mit Leitungswasser statt Wein geht das. Irgendwas zurücklegen geht damit natürlich nicht. Man kann froh sein, wenn am Monatsende noch ein paar Cent übrig sind. Ist natürlich weniger als Hartz4, aber man wird wenigstens nicht so schikaniert.

Also, wo ist das Problem?

Und sogar der Staat hat noch was davon. Von den 200,-€ kassiert der Staat noch mal knapp 20% Mehrwertsteuer. Die reale Kaufkraft beträgt damit also etwa 160,-€ pro Monat. Aber das geht schon. Andere kriegen das auch hin. Und Manche schaffen es sogar, von noch weniger zu leben. Ein Platz unter der Brücke ist z.B. meistens kostenlos.


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