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Das Wort zum Freitag

Fri, 30 Jan 2009 09:39:27 +0100

Da in der Firma die Hardware noch nicht verfügbar ist, und ohne Hardware die darauf laufende Software nicht unbedingt so viel Sinn macht, habe ich heute mal wieder Zeit. Zeit, die ich nutzen kann und werde, um ein paar Gedanken aufzuschreiben.

Da wären im Wesentlichen zwei Gedanken. Der eine beschäftigt mich schon seit Monaten, zu dem Anderen habe ich hier und da schon geschrieben, aber es gibt einen aktuellen Anlass, wieder einmal darüber zu schreiben.

Fangen wir mit dem letzteren an. Obama mokiert sich über Milliardenprämien, die im Pleitejahr 2008 and die Pleitebanker gezahlt wurden. Der Vorstand einer Bank, die gerade erst mit über 40 Milliarden vom Staat unterstützt wurde, hat sich einen neuen Learjet geleistet. Nun ja, in der Logik dieser Banker ist das nur selbstverständlich. Schließlich haben sie der Bank Milliarden von Dollar an zusätzlichen Einnahmen verschafft. Diese Miliarden sind ohne Risiko, und sie wurden dem Steuerzahler, also, den durch die Misswirtschaft Geschädigten, aus den Rippen geleiert. Solch eine finanzielle Glanzleistung muss natürlich honoriert werden. Geschäft ist schließlich Geschäft.

Meine Frau erzählte mir mal von einem Erlebnis einer Kollegin. Diese hatte einen netten und interessanten Mann kennen gelernt. Irgendwo unterwegs. Einige Zeit später sah sie ihn zufällig wieder. Als Bettler auf der Straße in einer Großstadt. Wieder einige Zeit später wollte dieser sich mit ihr treffen. Sie hat abgelehnt. Der Typ lebte vom betteln. Und zwar offensichtlich nicht schlecht. Er hatte nicht nur Anzüge und ein dickes Auto, er hatte durchaus Manieren und Geschmack. Irgendwie erinnert mich der Typ an diese Banker.

Tja, und der neue US-Präsident regt sich nun darüber auf. Ich glaube ja nicht, dass mehr daraus wird als ein Sturm im Wasserglas, aber wenigstens nennt mal Jemand die Dinge beim Namen. Ändern wird das Nichts, allenfalls ein bisschen kosmetische Retusche. Aber immerhin.

Den anderen Gedanken hebe ich mir für morgen auf.


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