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Das Zen des Bloggens

Wed, 04 Mar 2009 07:54:59 +0100

Beim UPLOAD Magazin gibt es ein kostenloses eBook zum lesen. Ich habe es mal angelesen und mir so meine eigenen Gedanken gemacht.

Das ganze Buch ist als eine Art Methapher geschrieben und handelt von dem Blogschüler, der den hohen und unerreichbaren Mount Blog besteigt, um dort den weisen alten Mann zu treffen, der angeblich alle Geheimnisse des Bloggens kennt.

Kenn Jemand Asterix erobert Rom? So in der Art muss man sich das wohl vorstellen. Nun ja, bis auf die Kleinigkeit, dass es hier nicht darum geht, herauszufinden, dass "Olymp" das Waschmittel der Götter ist, sondern, wie man das perfekte Blog betreibt:

Ich kann Dich lehren Blogposts zu schreiben, die die Seele des tapfersten Kämpfers durchbohren oder einen Engel in Tränen ausbrechen lassen. Deins kann das Blog sein, das tausende Schiffe vom Stapel lässt, alle gefüllt mit Menschen, die es nicht erwarten können, Dir zu folgen.

Will ich das?

Zweifel führen zu Konflikten, Konflikte führen zu Unentschlossenheit. Unentschlossenheit führt zu schlechtem Bloggen.

Nun, ich habe jede Menge Zweifel. Mein ganzes Leben ist gefüllt damit. Diese Zweifel führen zu Konflikten. Jede Menge davon. Manchmal führen die Konflikte zu Unentschlossenheit, manchmal im Gegenteil. Doch wer bin ich, meine Zweifel und Konflikte über Bord zu werfen? Will ich ein strahlender Held ohne Zweifel und ohne Konflikte sein, dem die Menschen blind folgen? Schon bei dem Gedanken daran läuft es mir kalt den Rücken runter.

Ich erinnere mich da an eine Folge von Star Trek. Den Titel weiss ich nicht mehr, aber es ging um den Halbbruder von Spock, der angeblich das Paradies gefunden hatte. Dieser Halbbruder war in der Lage, die Wesen des Universums zu Selbstrekenntnis zu verhelfen und sie dadurch von Schuldgefühlen und Selbstzweifel zu befreien. Kirk hatte da meiner Meinung nach die richtige Antwort darauf (sinngemäß aus dem Gedächtnis):

Ich weiss, dass ich oft nach links gegangen bin, wo ich nach rechts hätte gehen müssen. Unsere Fehler machen uns erst zu dem, was wir sind.

So viel dazu. Ich kenne mich recht gut und komme einigermaßen aus mit mir selbst. Dazu brauche ich keinen Guru, der mir sagt, wie und was ich bin. Ich kenne meine Zweifel und meine Ängste, und ich lebe damit. Doch Menschen, die anscheinend ohne auch nur den Schimmer eines Zweifels ein Ziel verfolgen, und denen in der Tat oft Tausende blind folgen, die machen mir Angst. Und das meine ich jetzt nicht nur auf Blogs bezogen. Aber hier trifft es natürlich genauso zu wie andrswo auch.

Gut, der eine oder andere Gedanke aus diesem eBook ist auch mir nicht neu. Da wäre zum Beispiel die Nische. Der Nischenblogger bloggt zu einem genau abgegrenzten Thema. Rorkvell ist nicht so. Ich blogge hier über Alles, was mich interessiert. Alles, was mich beschäftigt. Ist das nun ein schlechtes Blog? Oder ein gutes? Ich weiss nur Eines: Es ist mein Blog. Und ich werde so weiter machen.

Domainnamen. Ha, das ist ein Thema. Ich habe mir schon öfter mal überlegt, dass dieser Domainname vielleicht nicht sonderlich gut merkbar ist. Der Name ist der historischen Entwicklung geschuldet. Er bestand schon, bevor es Blogs gab. Soll ich deshalb ein neues Blog anfangen? Das könnte ich tun. Doch ich gehe einen anderen Weg. Anstatt immer wieder etwas Neues anzufangen, immer wieder jemand Anders zu werden, werde ich zu dem, was ich bin. Rorkvell ist zu einem Bestandteil von mir geworden. Ich lasse es so.

Layout ist noch so ein Thema. Darüber habe ich ja hier und da schon geschrieben. Ich finde die meisten Layouts nicht gut. Nicht, weil sie alle irgendwie ähnlich aussehen. Die meisten Layouts sind zu schmal, sind für Monitore im 4:3 Format erstellt und unflexibel. Das hat aber nun Nichts mit Blog zu tun, das ist ein allgemeines Problem des Webdesigns. Nicht nur Blogs haben diesen Designfehler, viele traditionelle Seiten ebenfalls.

Posting-Frequenz ist hier ein leidiges Thema. Es ist definitiv so, dass, wenn man für seine Leser schreibt, regelmäßig posten sollte. Das ist mir bislang noch nicht gelungen. Das wiederum liegt zum Teil daran, dass ich in erster Linie für mich selbst schreibe. Aber ich respektiere meine Leser, so dass ich diesen Aspekt nie vergessen werde. Da mein Leben jedoch ziemlich unorganisiert ist, spiegelt sich dies auch in meiner Postingfrequenz wieder.

Nun, so geht das weiter mit dem Buch. Doch immer komme ich auf Eines zurück: Ich bin ich, und das hier ist mein Blog. Ich mache Vieles anders. Nicht, weil es so besser wäre, sondern, weil es mein Blog ist. Nur beim Thema Kommentare mache ich noch Nichts gut. Das ist leider technisch bedingt, das kann ich derzeit nicht ändern. Aber das ist in der Tat der einzige Punkt, den ich sehr ändern werde. Sobald ich ein regelmäßiges Einkommen habe.

So, und nun geht's wieder zur Arbeit. Geld gibt's wohl nicht dafür, aber vielleicht eine Chance auf zukünftiges Einkommen. Bis heute Abend dann.


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