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Der Zusammenbruch der gesellschaft

Tue, 18 Aug 2009 13:24:24 +0200

Manchmal denke ich darüber nach, ob ich als Bundeskanzler wohl in der Lage wäre, den Karren aus dem Dreck zu ziehen. Das Ergebnis ist immer wieder das Selbe: Nein. Die aktuelle Krise ist nur ein Symptom einer im Grunde nicht mehr funktionsfähigen Gesellschaft. Sicher wird man diese Krise einigermaßen in den Griff bekommen. Davon werden, die, die schon viel haben, auch gehörig profitieren. Aber die Arbeitslosen werden davon nicht weniger, sondern mehr. Die Armut wird nicht weniger, sondern mehr. Das ganze System steuert immer schneller auf einen totalen Kollaps zu.

Selbst, wenn jetzt die Reichen und/oder Verantwortlichen ein Einsehen hätten und für Gerechtigkeit sorgen wollten, es wäre nicht mehr möglich. Die Schere zwischen Besitz und Armut klafft längst viel zu weit auseinander. Der Reichtum der Wenigen vermehrt sich durch Zins und Zinseszins von selber, und das immer schneller. Und um diese Vermehrung zu finanzieren, reicht inzwischen der Produktivitätszuwachs nicht mehr aus. Also werden die Besitzlosen ausgesaugt und ausgepresst wie eine Zitrone, um das Wachstum des Kapitals der Wenigen weiter bezahlen zu können. Abschaffen kann man dieses System nicht, denn auch das wäre ungerecht. Und so ist der Point of no return längst überschritten, und wir rasen immer schneller auf den Abgrund zu.

Gut, durch eine gerechtere Steuer ließe sich die Geschwindigkeit vermutlich ein Wenig bremsen. Aber aufhalten kann das Niemand mehr.

Revolution? Wozu das denn? Alle Revolutionen der Geschichte haben gezeigt, dass es danach eher schlimmer wurde, und dass genau die gleichen Leute wieder profitieren, auf Kosten der Allgemeinheit. Das wird also auch Nix. Ich denke, es gibt kein Mittel dagegen. Kein Heilmittel. Es ist eine unheilbare Krankheit. Ich werde besser nicht Bundeskanzler.


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