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Die Ein-Punkt-Partei

Wed, 30 Sep 2009 14:28:08 +0200

Ein interessantes Video. Normalerweise habe ich hier YouTube gesperrt. Für dieses Interview habe ich die Sperre temporär aufgehoben. Es lohnt sich, das anzusehen.

Zunächst mal denke ich, dass die Piraten nicht die Ein-Punkt-Partei sind, als die sie jetzt gesehen werden. Allerdings hat diese Partei ganz eindeutig ihre gut abgegrenzten Kernthemen. Und das ist auch gut so. Besser, eine Sache wirklich richtig machen, als 1000 Sachen gleichmäßig in den Sand zu setzen. Für die anderen Dinge kann man immer noch mit Parteien koalieren, die darin ihre jeweiligen Kernkompetenzen haben. Man kann durchaus weiter denken und planen, auch gesamtpolitisch, auch ohne dass man zu jedem Punkt bereits fertige Antworten hat. Und gerade die Nerds sind es von Berufs wegen gewohnt, sich ständig mit Neuem zu befassen. Und unter Nerds ist es selbstverständlich, zu Themen, wo jemand Anders mehr Kompetenz hat, eben diesen heranzuziehen. Niemand kann Alles wissen oder können. Respekt vor den Fähigkeiten des Anderen gehört gerade bei Nerds zu den Selbstverständlichkeiten. Vielleicht auch deswegen, weil Jeder weit respektierte Eigenschaften und Fähigkeiten besitzt.

Daher halte ich diese Partei nicht für eine nur temporäre Erscheinung. Sicher, diese Partei wird wohl niemals die ganz große Mehrheit haben. Dazu verstehen zu Wenige das, worum es den Piraten geht: Bürgerrechte und der Schutz unserer Verfassung. Aber wenn sich zu diesen Themen genug engagierte Bürger finden, ob nun Nerd oder nicht, dann kann diese Partei in Zukunft ein wichtiger und entscheidender Faktor werden.

Klar wird sich eine Partei wie die Piraten auch anderer Themen annehmen müssen. Schließlich bestehen die Probleme dieser Welt nicht nur im Abbau unserer Grundrechte. Aber erstens gibt es dazu noch genug Zeit und Gelegenheit, und zweitens ist es besser, wenn man keine wirkliche Lösung hat, hier einfach die Klappe zu halten und auf kompetentere Leute zu vertrauen. Nicht jede Partei muss Alles können und Alles wissen.


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