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Die Insel

Fri, 07 Aug 2009 11:18:50 +0200

Jeder ist eine Insel. Dieses Zitat von scheint in Zeiten des Internets, der Blogs, von Social Media und Twitter erst recht zu gelten. Nun ja, wie die meisten solcher griffigen Sätze steckt ein Stück Wahrheit drin, aber auch ein Stück Unwahrheit.

Auf der einen Seite ist tatsächlich jeder Mensch eine Insel, ein Universum für sich. Trotzdem ist der Mensch ein Gemeinschaftswesen. Ausbrechen aus der Insel kann man nicht, aber man kann mit anderen Inseln kommunizieren. Das lindert und relativiert die Einsamkeit.

Früher war das dazu nötige soziale Umfeld die Familie, die Freunde und die Kollegen. Man sah sich von Angesicht zu Angesicht, sprach miteinander und unternam gemeinsam Etwas. Die direkte Kommunikation von Mensch zu Mensch hat den Vorteil, wesentlich umfassender zu sein als die Kommunikation über elektronische Medien. In Stimme, Gestik und Mimik schwingt viel mehr mit, als die Worte allein transportieren können. Beim Telephon ist wenigstens noch die Stimme erhalten, wenn auch in der Qualität stark herabgesetzt. Die heutigen Kommunikationsformen (Blogs und Twitter) sind hingegen auf den reinen Text reduziert. s helfen da nur wenig (wenn auch besser als Nichts).

Dennoch, diese Kommunikationsform hat nicht nur Nachteile, sondern auch Vorteile. So hat man z.B. alle Zeit der Welt, seine Gedanken zu ordnen und sie in Text zu gießen. Gut, kaum Jemand nimmt sich wirklich alle Zeit der Welt, aber trotzdem hat man immer noch mehr Zeit, als bei direkter Kommunikation. So werden die eigenen Gedanken reflektiert und dadurch ausführlicher und konkreter.

Und noch einen Vorteil hat diese Kommunikation: Die Hemmschwelle wird herabgesetzt. Faszinierend zu beobachten ist das am aktuellen Artikel von Pixella, der es wie den meisten Menschen schwer fällt, die eigenen Gefühle Menschen gegenüber offen zu legen. Man könnte damit ja abblitzen. Aber einem schriftlichen Medium, wo kein anderer Mensch als Gegenüber direkt beteiligt ist, vertraut man diese Gedanken und Gefühle an. Das kann man auch als Chance begreifen.

Mir geht es selbr so. Meine Gedanken, das, was mich beschäftigt, vertraue ich diesem Blog an. Unter Menschen komme ich eher nicht aus meinem Schneckenhaus (höchstens mit ein paar Bier intus). Aber hier kann ich meine Gedanken breit treten. Daher schreibe ich dieses Blog auch zunächst für mich. Das ist, wie Pixella das bezeichnet, mein Ventil.

Ich finde es daher gar nicht seltsam, was Pixella da schreibt, sondern finde mich darin selbst wieder.


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