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Die Rache der Bekloppten

Tue, 08 Sep 2009 11:32:07 +0200

Der Bombenangriff auf einen entführten Tanklastzug zieht weitere Kreise. Aber meiner Meinung nach ziehen Viele die falschen Schlüsse daraus. So fürchtet die SPD nun Racheakte der bekloppten Taliban. Klar werden die sich rächen. Aber das wird nicht anders aussehen, als wenn sie das nicht tun würden. Die Taliban wollen sich an der ganzen Welt rächen. Was macht da so eine Bombardierung für einen Unterschied? Keinen.

Und die Methode, den lieben guten Taliban nur niemals auf die Füße zu treten, funktioniert auch nicht. Denn das führt nicht dazu, dass die von ihrer Agression ablassen. Im Gegenteil. Diese übervorsichtige Haltung führt dazu, dass die Taliban vermeintliche Erfolgserlebnisse haben und daher erst recht weiter machen. So geht's also nicht.

Das Problem bleiben weiterhin die zivilen Opfer. Dass die Taliban diese medienwirksam ausschlachten und sich als Opfer stilisieren, ist ein ebenso durchsichtiges wie verabscheuungswürdiges Manöver. Dass die Taliban vorher die LKW-Fahrer geköpft haben, wird dabei stillschweigend unterschlagen. Die Opfer sind nicht die Taliban. Deren menschenverachtende satanische Praxis lässt eine Opferrolle gar nicht zu. Die Opfer, das sind die Zivilisten. Die LKW-Fahrer gehören dazu. Und die gehen voll und ganz auf das Konto der Taliban. Weitere Opfer gehen auf das Konto der Bundeswehr. Allerdings frage ich mich, was Zivilisten an einem von den Taliban gestolenen LKW zu suchen hatten. Der LKW wurde ja nicht in einem Dorf bombardiert, sondern weit ausserhalb. Zivile Dorfbewohner hätten dort also eigentlich Nichts zu suchen gehabt. Trotzdem bleiben die zivilen Opfer natürlich schlimm.

Grundsätzlich sowie aus militärischer Sicht war die Bombardierung also vermutlich richtig. Man hätte es aber auch anders machen können. An einem fahrenden LKW halten sich i.d.R. keine Zivilisten auf. Man hätte den LKW kommen lassen können und in 1-2 Kilometern Entfernung im fahren abschießen können. Der LKW war bekannt und wurde beobachtet. Man hätte Zeit genug gehabt. Aber auf solche Gedanken kommen Militärs eben nicht. Polizisten, die entsprechend geschult sind, vielleicht eher. Und daran zeigt sich, dass der Militäreinsatz, so, wie er konzipiert ist und stattfindet, falsch ist. Entweder haben wir in Afghanistan Krieg, dann ist das Militär dort richtig. Dann stellt sich allerdings die Frage, Krieg gegen wen und warum. Oder wir haben dort keinen Krieg (wie Minister Jung ja behauptet). Dann stellt sich die Frage, was das Militär dort zu suchen hat.

Ich könnte es nachvollziehen, wenn der Einsatz in Afghanistan ein Polizeieinsatz wäre. Und ich könnte es nachvollziehen, dass die Polizei dort militärische Unterstützung braucht. Aber dann darf der Befehl zu einer solchen Bombardierung nicht vom Militär kommen, sondern muss von der Polizei kommen. Und zwar nach Möglichkeit von der afghanischen Polizei.

Unterstützung ist gut und notwendig. Aber Entscheidungen sollten von den dafür zuständigen Behörden getroffen werden. Und nicht von einer Armee, die sonst schnell und womöglich zu Recht als eine Besatzungsarmee gesehen wird.

Wenn das Militär in eigener Initiative einen Beschuss anordnet, um einer direkten und unmittelbaren Bedrohung zu antworten, dann ist das in Ordnung. Das ist Selbstverteidigung. Aber eine eventuelle und potentielle Bedrohung mit militärischen Mitteln auszuschalten sollte nicht Aufgabe einer im Land fremden Armee sein.


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