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Die nächste Immobilienkrise

Tue, 24 Feb 2009 12:23:18 +0100

Die Immobilienkrise in den USA war wohl so ziemlich das erste Anzeichen der allgemeinen Wirtschaftskrise. In gewisser Weise kann man diese Immobilienkrise als Auslöser der Wirtschaftskrise sehen. Nicht als Grund oder Ursache, aber als Auslöser.

Jetzt ist die nächste Immobilienkrise da. Diesmal deutlich näher: In Polen. Dort wurden, wie überall üblich, die Häuser per Kredit finanziert. Haben wir ja auch gemacht. Unser Kredit hier wurde damals allerdings noch auf DM-Basis abgeschlossen, und bei der Einführung des Euro auf Euro umgestellt. Wenn jetzt der Euro durch die Wirtschaftskrise an Wert verliert, dann ändert das an unserem Kredit zunächst mal gar Nichts. Anders sieht das in Polen aus. Die dortige Währung heisst Zloty. Aber die Kredite dort wurden nicht in Zloty gewährt, sondern in ausländischen Währungen (Dollar? Euro?). Nun verliert der Zloty gegenüber diesen ausländischen Währungen dramatisch an Wert. Zur Zeit hat er um 40% verloren. Das heisst nun aber nicht, dass die Polen in Zloty jetzt ungefähr das dopelte Gehalt bekommen. Sie bekommen nominell immer noch das Gleiche. Das heisst, real haben sie 40% an Einkommen verloren. Das wäre nicht schlimm, wären die Kredite auch in Zloty. Dann hätten die Kredite auch 40% an Wert verloren. Sind sie aber nicht. Das bedeutet nichts Anderes, als dass diese Kredite jetzt für die Polen unfinanzierbar werden.

In dieser Form kann das hier in Deutschland kaum auftreten. Hier gibt es andere Mechanismen, solch einen Kredit unfinanzierbar zu machen. Wenn das Einkommen von vorher netto vielleicht 2000,-€ mal eben über Nacht auf Hartz4 Niveau sinkt, weil Arbeitslosigkeit in Deutschland inzwischen eher die Regel als die Ausnahme ist, dann werden solche Kredite genauso unfinanzierbar.

Wie Pispers neulich mal sagte: Die kapitalgestützte Altersversorgung der Spitzenmanager muss gesichert werden. Um diese zu sichern, ist (laut Aussage von VW) ein jährliches Wachstum von 7% notwendig. Wenn dieses Wachstum nicht mehr durch gesteigerte Produktivität erreicht werden kann, dann muss dieses Kapital eben woanders herkommen. Und wo gibt es noch Kapital, das man abgreifen kann? Richtig, bei all den vielen Kleinsparern und Häuslebauern. Wozu braucht so ein blöder Lokführer auch ein Haus? Dafür gibt es öffentliche Brücken.


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