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Entlassung wegen 1.30 Euro

Tue, 24 Feb 2009 23:23:48 +0100

Eine Kassiererin, die Pfandbons für insgesamt 1.30€ unterschlagen hatte, ist fristlos gekündigt worden. Die Kündigung war rechtens, so hat das Gericht entschieden.

In der Tat kommt es bei Unterschlagungen (oder auch anderen Delikten) nicht auf die Menge an. Selbst, wer nur einen Cent unterschlägt, begeht Unrecht. So gesehen ist diese fristlose Kündigung zwar hart, aber gerecht. Vielleicht sollten sich mal wesentlich mehr Menschen Gedanken darüber machen, was Recht wirklich bedeutet. Denn, und das kapiert diese Kassiererin offensichtlich nicht, ihr ist Recht widerfahren. Jede amdere Entscheidung wäre nicht Recht.

Recht ist etwas Anderes als Gnade. Über diesen Aspekt kann man hier in der Tat diskutieren. Ob eine fristlose Kündigung verhältnismäßig war oder nicht, das kann diskutiert werden. Aber Recht war und ist diese fristlose Entlassung.

Ein anderer Gedanke kommt dabei jedoch auf. Wie sieht es aus mit den Verantwortlichen für die gegenwärtige Wirtschaftskrise? Haben die auch schon mal was unterschlagen? Steuern zum Beispiel? Oder haben sie ungerchtfertigt Boni eingestrichen? Wenn wir wirklich in einem Rechtsstaat leben würden, und allen unterschiedslos das gleiche Recht zustehen würde, dann müsste allen diesen Spitzenmanagern fristlos (und ohne Abfindung) gekündigt werden. Gleiches Recht für Alle.


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