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Gewalt an Schulen

Sat, 15 Aug 2009 13:55:15 +0200

Gewalt an Schulen? Durch Lehrer? Ich dachte, selbst die moderateste "Gewalt" sei strengstens verboten. Merkwürdig, was DerWesten da ausgegraben hat.

Ich sollte vielleicht vorausschicken, dass ich 52 bin, und Gewalt an Schulen durch Lehrer sehr wohl aus eigener Erfahrung kenne. Und in den meisten Fällen war diese Gewalt ungerechtfertigt. In ein paar wenigen Fällen war sie angebracht. Meine Meinung dazu, heute wie damals, ist: Wenn man Etwas ausgefressen hat, dann ist eins hinter die Löffel angebracht. Ungerechtfertigte Gewalt oder auch "gewaltfreies" Mobbing hingegen sind nie angebracht. Leider nehmen unsere Gesetze darauf keine Rücksicht. Und so scheint sich ein Gesetz, das eigentlich zum Schutz von Kindern gedacht war, zum Gegenteil zu entwickeln.

Das Grundübel dabei sind unqualifizierte Lehrer. Die meisten Lehrer sind hervorragend für ihr Fach qualifiziert. Aber für den Umgang mit Kindern ist kaum Einer qualifiziert. Und hier fängt das Problem an. Solch unqualifizierte Lehrer können nicht unterscheiden, wann eins hinter die Löffel angebracht ist, und wann nicht. Die Einen halten sich strikt an die Gesetze und lassen die Kinder einfach machen, die Anderen nehmen mangels anderer Ideen zur Wahrung ihrer nicht vorhandenen Autorität Zuflucht zu Gewalt. Beides schadet Kindern. Kinder brauchen Erziehung. Dazu gehört auch das Aufzeigen von Grenzen. Kinder brauchen aber auch die Erfahrung von Gerechtigkeit. Nur, wer Gerechtigkeit erfahren hat, ist in der Lage, Gerechtigkeit zu üben. Ein ungerechtfertigtes "machen lassen" ist da genauso schädlich wie eine ungerechtfertigte Ohrfeige. Beides macht Kinder kaputt.

Je nach Lehrer lernen Kinder heute entweder: Es ist egal, was Du machst, es ist Alles erlaubt, oder sie lernen: Egal, wie gut Du Dich verhältst, die Welt ist voller Arschlöcher, die Dich trotzdem verprügeln. Mit diesem "Rüstzeug" ausgestattet wundern wir uns über Gewaltexcesse an Schulen oder durch randalierende Jugendliche? Warum? Wir haben die Kinder doch zu dem gemacht, was sie heute sind.

Ich habe die Schule gehasst. Von Anfang bis Ende. Genauer gesagt, noch vor dem Anfang. Ich erinnere mich noch, dass wir vor Schulbeginn die Aufgabe bekamen, ein Bild von unseren Eltern zu malen. Ich fand die Idee zunächst langweilig. Dann kam mir die Idee, a) meine Eltern nur aus Quadraten und Rechtecken zusammenzusetzen, und b) gewisse Merkmale drastisch zu übertreiben. Die Lehrer wollten mich daraufhin in die Sonderschule stecken. Viele Jahre später habe ich dann erfahren, dass ich damals den Kubismus sowie die Karikatur erfunden habe. Oder später in einem Aufsatz. Ich hatte an einer Stelle aus einem bestimmten Grund ein Komma gesetzt. Die Lehrerin hat mir das als Fehler angekrteidet. Ich habe ihr ein Buch von einem bekannten Schriftsteller mitgebracht und ihr die Stelle gezeigt, wo dieser Schriftsteller genau das gemacht hatte, was ich auch gemacht hatte. Und was sagt die Lehrerin: Der darf dsa, du nicht. Ich könnte endlos so weiter erzählen, Schule war für mich Mobbing von Anfang an. Nur, dass man damals diesen Begriff noch nicht kannte.


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