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Horst Eulenspiegel

Sun, 23 Aug 2009 09:38:27 +0200

Horst Schlämmer hält der Bundesrepublik, ihren Bürgern und den Politikern den Spiegel vor. Ganz in der Tradition von Till Eulenspiegel. Und das zur richtigen Zeit.

Jawohl: wenn es die Piraten nicht gäbe, ich hätte gute Lust, diesem wandelnden Trenchcoat meine Stimme zu geben. Aus Frust. Eine Stimme für Horst Schlämmer ist vielleicht die einzige Möglichkeit, gegen all die etablierten Parteien zu stimmen. Denn leider gibt es ja auf den Stimmzetteln keinen Platz zum Kreuz machen, an dem steht Keinen von Denen.

Ich schätze mal, die sogenannte Wahlmüdigkeit dürfte ganz schnell sehr sehr viel geringer werden, wenn man eine solche Wahlmöglichkeit hätte. Denn auch, wenn Merkel behauptet, da wären durchaus Unterschiede zwischen den Parteien vorhanden, die sind so gering, da braucht es einen Fachmann mit Jahrzehntelanger Politikerfahrung, um diese Unterschiede nach langem Suchen zu entdecken. Für Otto Normalwähler ist es eher so, dass man all die Politiker, egal, von welcher Partei, in einen Sack stecken könnte, und draufhauen: Man trifft nie den Falschen. Gäbe es so eine Art Abwahlmöglichkeit, wäre auf einmal die viel beschworene demokratische Legitimation plötzlich nur noch eine Seifenblase, die gerade platzt.

In Einem kann ich Bettina Schausten allerdings nicht zustimmen: Der Wahlkampf ist nicht langweilig. Er ist hart und erbittert. Nur findet er hauptsächlich im Internet statt. Und die großen Redner sind weniger die Politiker als viel mehr Normalbürger wie eben Bettina Schaustein, die durch das Internet die Möglichkeit erhalten, auch ganz ohne Proporz und Parteiengeklüngel, ihre Meinung zu veröffentlichen vor einem großen Publikum. Der Wahlkampf ist nicht im Sommerloch verschwunden, er ist ins Internet ausgewandert.


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