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Kritik

Thu, 03 Sep 2009 08:59:35 +0200

Da lästert ein Blogger über eine Firma, speziell über ihr neues Logo, und schon kommt der Anwalt. Es ist zum Kotzen. In diesem konkreten Fall geht es um die Firma Jako gegen den Blogger Trainer Baade vor. Der Text war wohl etwas unflätig. Aber deswegen einen Anwalt schicken?

Aber so richtig abenteuerlich wurde es dann, nachdem der Blogger den beanstandeten Text vom Netz genommen hatte, und brav die Abmahngebür bezahlt hatte. Danach tauchte ein Teil des Textes bei einem automatischen Newsaggregator auf. Und jetzt sollte Baade erneut blechen, weil er das Internet nicht ausreichend darauf geprüft hätte, dass dieser Text irgendwo auftaucht. Das ist absolut lächerlich, zeugt von einem Unverstand und Unwissen größer als das Universum, und löste zu Recht einen Proteststurm aus. Für die Firma ein PR-GAU.

Dabei geht es so einfach. Wenn man einen solchen Text im Netz findet, gar in einem Blog, wo man i.d.R. kommentieren kann, dann liefert man dort einen passenden Kommentar ab. Das kostet ein paar Minuten Zeit und benötigt keinen Anwalt. Und wenn der Kommentar gut geschrieben ist, tut das der Reputation der Firma eher gut. Manch eine Firma würde sich alle 10 Finger danach lecken, in einem Blog einen werblichen Kommentar einstellen zu können. Hier hätte eine Firma dazu eine 1a Chance gehabt. Aber was tut man stattdessen? Anwalt! Abmahnung! Diese konzentrierte und massive Dummheit begegnet einem wohl hauptsächlich hier in Deutschland.

Wer solche agressiven Texte verfasst wie Baade, muss sich nicht wundern, wenn er genauso unflätige Kommentare bekommt. Eventuell schließt sich daran eine heisse Diskussion an. Letztendlich gewinnt derjenige mit den besseren Argumentan an Reputation, und wer nur herumkrakeelt, der verliert an Reputation. Das gilt für den Blogger genauso wie für die Kommentatoren.

Wer (im Netz) austeilt, muss auch einstecken können. Baade hat ausgeteilt. Und er hat eingesteckt. Und ist bestimmt etwas klüger geworden. Jako hat gleich mit der größten verfügbaren Keule ausgeteilt, und wundert sich nun, dass das Echo ebenfalls mit der großen Keule erfolgt.


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