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Revolution?

Sun, 01 Mar 2009 10:46:11 +0100

Bei Duckhome beschwert man sich über das, was ist. Ein Sozialstaat, der den Armen nimmt und den Reichen gibt. Ein Sozialstaat, der inzwischen die Sklaverei wieder eingeführt hat. Gut, heute wird das anders bezeichnet. "Neusprech" nennt man das. Der Sklave von Heute heisst Hartz4 Empfänger. Das ist ungefähr so, als hätte man in den Südstaaten der USA die Sklaven nicht Sklaven genannt sondern "Nahrungsempfänger".

So weit kann ich mit Duckhome durchaus mit. Die verständliche Idee, nun wäre es Zeit für eine Revolution, halte ich aber für falsch. Die Revolution frisst ihre Kinder. Nach aller Erfahrung in der Geschichte der Menschheit war es bisher noch immer nach jeder Revolution schlimmer als vorher. Man denke an China: Ein durch und durch korruptes und menschenverachtendes feudales System wurde ersetzt durch eine friedliche Demokratie, die ihren Respekt vor den Menschenrechten zum Beispiel am Platz des Himmlischen Friedens bewiesen hat. Anderswo? Französische Revolution? Der dekadente Sonnenkönig wurde ersetzt durch die Guillotine. Ist das erstrebenswert? Und heute? Durch was sollen wir hier den maroden raffgierigen Klüngel ersetzen?

Wenn es überhaupt geht (und da habe ich meine Zweifel), dann durch harte Arbeit innerhalb des Systems. Diese Arbeit wird mindestens Jahrzehnte, vermutlich eher Jahrhunderte brauchen, und wir werden die Früchte unserer Arbeit nicht mehr selber genießen können. Aber nur so besteht eine Chance, dass sich eines Tages Etwas zum Besseren verändert. Allerdings ist zu befürchten, dass es immer fwindige Zeitgenossen geben wird, die zu ihrem eigenen Vorteil in kurzer Zeit die Arbeit von Jahrzehnten zunichte machen. Es ist ja auch so verlockend, zuerst an den kurzfristigen eigenen Vorteil zu denken. Doch genau das Gleiche kann auch bei einer Revolution erwartet werden. Es muss ja nicht gleich so drastisch sein wie in Russland, als Stalin, ein Repräsentant des alten maroden korrupten Feudalsystems, sich an die Spitze der Revolution setzte und Millionen ermordete. Obwohl natürlich Ähnliches durchaus denkbar wäre. Ein Herr Hartz würde sich sicherlich gerne an die Spitze der Revolution stellen, wenn diese denn ernsthaft Aussicht auf Erfolg hätte. Dann würden nach der Revolution die Worte ausgewechselt, die Inhalte aber beibehalten. Nein danke, ohne mich. So sehr ich die Beweggründe auch verstehe, die Vernunft rät mir, besser auf eine Revolution zu verzichten.


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