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Salman Rushdie und die Wahrheit

Sun, 15 Feb 2009 10:45:23 +0100

Vor 20 Jahren, genauer am 14.2.1989, erließ Ayatollah Khomeini eine Fatwa gegen Salman Rushdie wegen der "Satanischen Verse". Eine Fatwa ist ein Mordauftrag, nichts Anderes. Ein offizieller Auftrag des Schiitischen Oberhauptes, einen Menschen zu ermorden.

Angeblich hat Rushdie in seinem Buch Mohammed beleidigt. Nun ja, wenn man lange genug sucht, kann man ein paar Stellen finden, die man dahingehend interpretieren könnte. Wie dem auch sei, darum geht es mir hier nicht.

Hier in der "aufgeklärten" westlichen Welt wird Rushdie als eine Art Held angesehen. Im Falle seiner Ermordung wird er sicher auch noch zum Märtyrer. Ein Märtyrer der westlichen Religion. Diese Religion schliesst aus der Unmöglichkeit, eine absolute Wahrheit zu beweisen, dass es solch eine absolute Wahrheit nicht gibt und nicht geben kann. Rushdie hat in seinem Buch genau diese Ansicht künstlerisch dargestellt. Er wird damit zum Protagonisten der hier und heute allein akzeptierten absoluten Wahrheit, dass es eine solche eben nicht geben kann. Ja, mir ist bewusst, dass das ein Widerspruch ist. Und ich bin ja auch kein Anhänger dieser Religion. Im Gegensatz zu Rushdie bin ich der Überzeugung, dass es eine solche absolute Wahrheit sehr wohl gibt.

Vertreter der westlichen Religion reagieren immer wieder empört, wenn man ihre Religion als das bezeichnet, was sie ist: Eine Religion. Denn dass es diese absolute Wahrheit nicht geben kann, das lässt sich genauso wenig beweisen, wie das Gegenteil. Von einer reinen Philosophie mutiert dieser Gedanke zur Religion, wenn diese Philosophie als allein gültige und allein seeligmachende Wahrheit akzeptiert wird, und mutiert zum Fanatismus, wenn Andersgläubige verfolgt werden. Letzteres ist hier im Westen zum Glück noch selten, eher unterschwellig, und kaum mit Lebensgefahr verbunden. Möge es so bleiben.

Salman Rushdies Buch halte ich also in seiner Aussage für falsch. Aber er hat, wie jeder Mensch, das Recht zu solchen Gedanken, und er hat das Recht, diese Gedanken zu äussern. Er hat dazu genauso das Recht wie ich, andere Gedanken und andere Überzeugungen zu haben und zu äussern. Genauso, wie ich für mich das Recht in Anspruch nehme, muss ich es einem Andersdenkenden erst Recht einräumen. Ansonsten ist mein Recht Nichts wert und verkommt zur Farce.

Die Wahrheit, an die ich glaube, ist, dass es einen Schöpfer gibt, dem wir unser Leben verdanken. Ein Ayatollah Khomenei behauptet von sich, einer ähnlichen Wahrheit zu glauben. Doch wenn wir unser Leben einem Schöpfer verdanken, dann gehört dieses Leben nicht uns, sondern diesem Schöpfer. Etwas zu zerstören, das jemand Anderem gehört, ist ein direkter Angriff auf diesen Eigentümer des Lebens, eben dessen Schöpfer. Ein Mord, genauso wie ein Aufruf zum Mord, ist also Hochverrat an eben diesem Schöpfer. Ayatollah Khomenei hat also seinen eigenen Glauben verraten und für billige Rache und Politik verkauft. Ein Verräter, der einer Lüge vertraut. Und da der Satan der Ursprung aller Lüge ist, könnte man den Anhänger einer solchen Lüge also auch als Satanisten bezeichnen.

Ich mag es nicht, wenn Anhänger einer Religion die Anhänger einer anderen Religion als dumm, hinterwäldlerisch und der "Zivilisation" für unwert halten und erklären. Das zeugt von Arroganz und Ignoranz. Aber was Khomenei hier getan hat, geht darüber noch weit weit hinaus. In der Bibel heisst es: An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Im Kontext: Achtet nicht auf die tollen Worte, die sie absondern, sondern auf das, was sie tun. Das Ergebnis dessen, was die Anhänger der Lüge tun, ist Tod, Schmerz, Leid, Hass und immer mehr Hass. Dies sind exakt die Früchte des Satans. Wer im Sinne des Satans arbeitet, ist logischerweise dessen Diener. Dabei ist es völlig unerheblich, dass mein Schöpfergott Jahwe ist und nicht Allah, ein Khomenei und dessen Anhänger sind weder Diener des einen noch des anderen.


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