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Terrormanagement, Religion und die Angst vor dem Tod

Sun, 15 Mar 2009 14:26:04 +0100

Einen recht interessanten Podcast gibt es da bei Brainlogs. Einige der Gedanken sind sehr interressant. Andere wiederum sind so blödsinnig, dass ich sie nicht einfach unkommentiert lassen kann.

Insbesondere geht es mir dabei um den Aspekt der Religion. In dem Podcast wird es einfach so in den Raum gestellt, dass Religion zu einer Abwertung und Ausgrenzung Andersdenkender führt. Diese Behauptung wird nicht belegt, sondern einfach so als Tatsache hingestellt. Ich behaupte einfach mal, dass das mit Religion gar Nichts zu tun hat, sondern mit der generellen Angst aller Menschen vor Allem, was anders ist.

Doch der Reihe nach. Wie kommt man bei Brainlogs darauf, dass es bei Religion darum ginge, durch Wohlverhalten (beachten der Regeln) einen Wächter vor den Toren des Paradieses gnädig zu stimmen? Na gut, ich weiss, wie man dort darauf kam. Ablasshandel und Fegefeuer spuken auch heute noch durch unsere Kultur. Und bei den meisten Religionen ist das tatsächlich so. Aber diese generelle Behauptung beweist, dass die Autoren sich nicht die Mühe gemacht haben, die Religionen tatsächlich auf diesen Aspekt hin zu prüfen. Und tatsächlich unterscheidet sich das Christentum hier diametral von allen anderen Religionen und von dem, was die Autoren dieses Podcasts für Religion halten. Im Christentum gibt es diesen Wächter vor dem Paradies ebenfalls. Aber den werden wir weder bestechen noch überzeugen können. Egal, was wir tun, dieser Wächter ist für uns unüberwindlich. Ohne Ausnahme. Doch es gibt Einen, der diesen Wächter überwunden hat, Einen, der das Recht erworben hat, ins Paradies zu gehen: Christus. Desweiteren wird Jeder, den Christus ins Paradies bringt, dort auch ankommen. Damit geht es absolut nicht darum, selber irgendwelche Leistungen zu vollbringen, um den Wächter zu überwinden. Für einen Christen ist dieser Wächter bereits überwunden. Ein Christ muss sich nicht mehr damit abplagen, den Ansprüchen dieses Wächters zu genügen. Christus genügt diesen Ansprüchen. Wer mit Christus dort hin geht, muss den Wächter nicht überwinden, denn er geht mit Christus, dem Überwinder des Wächters. Ein Christ kann sich also voll darauf konzentrieren, das zu tun, was richtig ist, und muss für seine eigene Errettung keinen Gedanken mehr verschwenden. Diesen Teil hat Christus bereits erledigt. Weiter geht's zum nächsten Punkt.

Ein weiterer Punkt, der mich sehr gewundert hat: Wie sollte ein religiöses Verhalten, bei dem man den Ahnen Versprechen macht und Wodka spendiert, Irgendwas damit zu tun haben, dass wir beten Unser täglich Brot gib uns heute? Ich mache Gott keine Versprechungen. Ich verspreche ihm nicht, mich wohl zu verhalten, wenn er mir dafür mein täglich Brot gibt. Ich spendiere ihm auch keinen Wodka dafür, und keinen Rosenkranz und kein Ave-Maria. Ich bitte ihn einfach. Ohne Gegenleistung. Das ist ein riesengroßer Unterschied. Ich brauche mir mein täglich Brot nicht bei Gott zu kaufen, ich bekomme es geschenkt.

Und nun zum Ausgrenzen oder Abwerten. Warum sollte ich Jemanden, der das Paradies genauso wenig verdient wir ich, ausgrenzen oder abwerten? Würde ich so Jemanden abwerten, würde das eine Abwertung von mir selber bedeuten. Der Einzige, dem eine solche Ausgrenzung und Abwertung zustünde, ist derjenige, der den Wächter vor dem Paradies überwunden hat. Und der hat sehr viel Geduld. Aber er respektiert uns auch. Wer unbedingt selber versuchen will, am Wächter zum Paradies vorbei zu kommen, der darf das tun. Als Christ weiss ich, dass das Niemandem gelingen wird. Trotzdem, wer auch immer das selber machen will, darf das. Jeder darf das selber entscheiden. Diese Entscheidung ist allerdings ab einem bestimmten Punkt endgültig.

Doch wie um Alles in der Welt sollte das für mich bedeuten, Jemanden auszugrenzen oder abzuwerten, der es genauso wenig wie ich schafft, den Wächter vor dem Paradies zu umgehen? Was die eigenen Möglichkeiten anbelangt, ist Jeder genauso gut oder genauso schlecht wie ich. Kein Grund für irgendeine Art von Überheblichkeit.

Und wie sieht das mit Andersartigkeit aus? Sagen wir mal, unter Christen? Da halten die Einen ihren Gottesdienst sittsam und bescheiden ab, streng getrennt nach Männlein und Weiblein, Andere machen eine Mordsgaudi wie auf dem Fussballplatz. Na und? Ändert das Irgendetwas daran, dass einzig und allein Christus derjenige ist, der uns am Wächter zum Paradies vorbeiführen kann? Ob eine Person X von Christus ins Paradies geführt wird, hat Nichts mit sittsam oder bescheiden zu zun. Auch nicht mit einer Gefühlsshow, ob nun echt oder unecht. Es hat Nichts mit der Kleidung zu tun, die wir tragen (oder ggf. auch nicht tragen), Nichts mit Sprache, Hautfarbe, Kultur, Temperament, Intelligenz oder Pickeln. Es hat ausschließlich Etwas damit zu tun, ob wir Christus als Führer wollen und ihm vertrauen.

Mit Christus muss ich mir um mein eigenes Leben und meinen Tod keine Sorgen mehr machen. Das tut er für mich. So habe ich Zeit und Energie frei, um mir über das Leben und den Tod Anderer Sorgen zu machen. Ich werde frei davon, mich immer nur um mich selbst zu drehen. Todesangst? Klar, ist immer noch vorhanden. Hat aber nicht mehr die Bedeutung wie früher. Terrormanagement? Macht er für mich. Er kann das besser. Mit Sicherheit sehr viel besser als ich. Das ist wahrhaftige Freiheit.


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