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Vorstellungs-Durchleuchtung

Fri, 21 Aug 2009 18:22:26 +0200

Arbeitgeber recherchieren immer häufiger im Internet über Bewerber. Das ist prinzipiell nicht schlecht. Hat aber so seine Tücken.

Zunächst einmal heisst das für jeden Bürger, der sich einmal im Internet bewegt hat, ein eigenes sogenanntes aufzubauen. Die eigene Reputation sollte man auch in den eigenen Händen halten. Jedenfalls, so weit das geht. Das ist heute schlicht notwendig und Jedem dringend zu empfehlen. Im Grunde selbst Personen, die niemals selber im Internet waren. Aber das hat drei Haken:

  1. Zunächst einmal macht Reputation Management Arbeit. Man muss das aktiv angehen. Dies beinhaltet eine sehr aktives Vorgehen im Internet sowie für die eigenen Aktivitäten solche Dinge wie SEO und Selbstvermarktung. Es wäre sehr unklug, die eigene Reputation einfach nur dem Zufall zu überlassen.
  2. Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt. Im Internet heisst das, nicht Alles, was zu oder über eine Person geschrieben wird, stammt auch von dieser Person. Manch übellauniger Troll kann die eigene Reputation in den Keller ziehen. Und auch Identitätsdiebstal ist hier ein Problem: Wann immer ein Troll (oder Nazi oder Krimineller oder einfach nur Blödmann) einen meiner Accounts knackt und dann in meinem Namen Mist veröffentlicht, geht das zu Lasten meiner Reputation. Ersteres lässt sich nicht verhindern, damit muss man leben. Aber Identitätsdiebstal kann man zumindest erschweren durch gute Passwörter. Allerdings ist das arbeitsintensiv. Ein klenes Hilfsmittel, das sich hier nützlich erweisen kann, ist die Firefox Erweiterung Magic Password Generator.
  3. Zu guter Letzt, wenn ich dann endlich meine Reputation überwiegend selbst in der Hand habe, kommt eine Frage auf: Was veröffentliche ich im Internet? Wer mein Blog durchliest, wird bemerken, dass ich durchaus gelegentlich sehr kritische Artikel verfasse. Ob einem zukünftigen Arbeitgeber der eine oder andere Artikel sauer aufstößt? Könnte schon sein. Aber soll ich deswegen darauf verzichten, meine Meinung zu schreiben? Das ist auch nicht gerade erstrebenswert. Wer sich immer nur duckt, mag vielleicht ein guter Untertan sein, aber kein kreativer und aktiver Mitarbeiter. Allerdings muss sich diese Frage Jeder selber stellen und für sich selbst beantworten. Brecht sagte dazu: Erst kommt das Fressen, dann die Moral. Nun, für mich gilt das (noch?) nicht.

Und wie prüfe ich nun, wie es mit meiner Reputation im Internet steht? Ganz einfach: Den eigenen Namen als Suchbegriff bei einer Suchmaschine wie z.B. bei Google eingeben und sehen, was bei rauskommt. Die ersten 2-3 Ergebnisseiten sollte man schon gründlich studieren. Das Ergebnis dürfte recht gut die eigene Reputation widerspiegeln.

Wovon ich Nichts halte: Wenn Irgend Jemand Schlechtes über mich im Internet schreibt, dann könnte ich auf den Gedanken kommen, Denjenigen abzumahnen. Davon halte ich Nichts. Was A über B sagt, sagt mehr über A aus als über B. Allenfalls schreibe ich meine eigene Meinung dazu, z.B. hier.


1 Kommentare

  1. Nachtrag

    Sat, 22 Aug 2009 11:49:37 +0200

    Gerade gefunden: Personas. Gefunden bei Karrierebibel.