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Die Revolution frisst ihre Kinder

Fri, 01 Jan 2010 18:45:43 +0100

Die Revolution im Iran, die einen islamischen Gottesstaat hervorbringen sollte, scheint mehr und mehr einen unislamischen Militär- und Folterstaat hervorzubringen. Nun ja, die Mullahs haben dies so eingerichtet, doch jetzt werden sie mehr und mehr verdrängt von Menschen mit noch weniger Prinzipien und noch weniger Skrupel. Die Geistlichkeit verliert die Macht. Stattdessen erlangen die Basidsch, eine paramilitärische Schlägertruppe im Auftrag der Regierung, immer mehr Macht. Und in den Gefängnissen tut man den Oppositionellen Dinge an, die nach islamischem Recht absolut tabu sind. Der islam ist allenfalls noch eine ganz hauchdünne Fassade, die an allen Enden und Ecken bröckelt.

Noch kämpfen die Basidsch für den Präsidenten Ahmadinedschad. Doch was er nicht weiss: Auch er wird hinweggefegt werden von der entfesselten Gewalttätigkeit und Wut der Basidsch oder ihrer Nachfolger. Diese Gewalt ist ein Selbstläufer, nicht mehr kontrollierbar, von Niemandem. So lange Ahmadinedschad vorgibt, die Speerspitze dieser Gewalt zu sein, wird er akzeptiert. Doch früher oder später wird es Jemanden geben, der Ahmadinedschad an Skrupellosigkeit und Gewalttätigkeit noch übertrifft. Und dann wird sein Tod gefordert werden, so wie er heute den Tod seiner Gegner fordert.

Die Revolution frisst ihre Kinder. Das war schon immer so. Warum sollte es heute oder im Iran anders sein?


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