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Eurovision Song Contest

Fri, 12 Mar 2010 14:43:38 +0100

Der Eurovision Song Contest (kurz ESC) – Ein Ereignis. Jedenfalls in den Medien. Ich habe ja zur Zeit mangels Antenne keinen Fernsehempfang. Und mangels geeigneten Wetters kann ich die neue Antenne auch noch nicht montieren (zu gefährlich). Also bekomme ich den ganzen Rummel nur indirekt mit, im Wesentlichen über Blogs.

Stefan Raab scheint ja mit seiner Castingshow einen echten Kontrapunkt gesetzt zu haben gegenüber DSDS (Deutschland sucht den Superstar). Im Vergleich dazu scheint USFO (Unser Star für Oslo) geradezu ein Kultur-Highlight zu sein. Interessant. Und wenn das tatsächlich so sein sollte, dann hat Stefan Raab das fast Unmögliche geschafft und den steten Niedergang des Fernsehens ein ganz klein Wenig zurückgedreht.

Was mich angeht, ich finde das gut. Offen ist dabei aber, ob die Kandidatin, die dann tatsächlich nach Oslo geschickt wird, auch nur die geringste Chance haben wird. Beide Kandidatinnen, die derzeit noch im Rennen sind, sehen gut aus und können sogar noch gut singen. Ersteres ist beim ESC wohl Voraussetzung, Zweiteres ist dort eher unwichtig. Dort sind andere Dinge wichtig, von denen weder bei der einen noch bei der anderen Kandidatin Irgendwas zu bemerken wäre. Wo bleibt der Glitzerkram? Wo die Tanztruppe? Wo die total abgefahrene Kostümierung? Wo bleiben die Schwulen, Lesben, Transvestiten oder was auch immer heute dort unbedingt dabei sein muss? Weit und breit Nix zu sehen.

Die Frage ist nun: Muss uns das jucken? Also, mich juckt das jedenfalls nicht. Ich finde, das ist endlich mal ein Beitrag, der nicht am billigen Erfolg orientiert ist, sondern an der Qualität des Beitrags. Respekt! Ob der Beitrag dann beim ESC ein Erfolg wird, oder nicht, ist mir in diesem Fall ehrlich gesagt sehr sehr zweitrangig. Lieber ein wirklich gutes Stück Musik präsentieren und mit Anstand den letzten Platz akzeptieren, als irgend so eine glitzer-bimmel-piep Show abzuziehen, bei der die Musik eigentlich gar keine Rolle spielt. Anstatt den Gewinnern in ihren absurden Verrücktheiten hinterher zu hecheln einen eigenen Stil setzen! Und das hoffentlich auch in Zukunft.


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