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Medienkompetenz

Thu, 15 Jul 2010 19:51:42 +0200

Die Junge Union ist für mehr Medienkompetenz. Na prima, wer nicht? Doch was ist das, Medienkompetenz? Ist das die Fähigkeit, "Mein Google" zu öffnen und dort in das Suchfeld http://www.netzpolitik.org einzugeben?

Gut, das war jetzt etwas überspitzt. Natürlich gehört auch die Fähigkeit zum Umgang mit Hardware (Computer) und Software (Browser) dazu. Und hier fehlt tatsächlich sehr viel. Viel zu Viele verwechseln Google mit dem Internet. Viel zu Wenige wissen, was ein Browser ist. Und von den Wenigen kennen wiederum viel zu Wenige die Möglichkeiten, die dieser Browser bietet. Zum Beispiel in den Einstellungen. Hier besteht sicher Ausbildungsbedarf. Und zwar schon in der Grundschule.

Aber das ist nur ein winzig kleiner Teil von "Medienkompetenz". Der allergrößte Teil davon sollte eigentlich im Deutschunterricht gelehrt werden. Denn da geht es darum, Gedanken zu formulieren. Eine Gliederung zu erstellen und einen Gedanken flüssig und zielgerichtet schriftlich zu fassen. Dazu gehört Denken lernen. Und wer das kann, kann auch schriftliche Gedanken Anderer im Internet viel besser einordnen. Das ist der eigentlich wesentliche Aspekt von Medienkompetenz. Ganz ordinärer klassischer und gründlicher Deutsch-Unterricht. Anstatt mit hohlen Worthülsen, die gerade en vogue sind, um sich zu werfen, sollte man dies mal nüchtern und gründlich anpacken. Man sollte den Schülern als Wichtigstes das eigene Denken beibringen. Aber das ist wohl nicht opportun, denn wer selber denkt, könnte ja vielleicht die überaus weisen Entscheidungen der gottgleichen Regierung anzweifeln und womöglich gar demnächst die falsche Partei wählen.


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