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Netzneutralität

Tue, 24 Aug 2010 12:23:56 +0200

Wir hatten das Alles schon mal: Netzneutralität. Was bedeutet das denn? Nun, vereinfacht gesagt, jeder Betreiber eines Übertragungsmediums ist dazu verpflichtet, alle Daten, egal von welcher Quelle gleich zu behandeln und zu senden.

So um 1800, als die Übertragung von Daten (Gesprächen oder Morsecode) über Funkwellen erfunden wurde, gab es zunächst keine Netzneutralität. Dies wurde den Deutschen sehr bewusst, als 1903 die Deutschen ein Radiotelegramm an eine Station in England senden wollten. Die dortige Radiostation verweigerte die Annahme, da das Radiotelegramm nicht von einer Marconi Wireless Telegraph Co. kam. Die Erkenntnis, dass man völlig abhängig von der Gnade einer Firma war, führte zur Gründung des Konkurrenzunternehmens Telefunken. Erst Jahre später, anlässlich eines Seenotfalls, wurden sämtliche Betreiber der Radiostationen zur Netzneutralität verpflichtet.

Heute passiert das Gleiche, nur umgekehrt. Und heute geht es nicht mehr um Radio, sondern um das Internet. Und die Forderungen sind auch nicht ganz so krass. Man fordert nicht, Daten von nicht zahlungskräftigen Kunden gar nicht mehr zu übertragen. Diese Daten sollen "nur" auf dem Schleichweg transportiert werden. Aber der Grundsatz ist der Gleiche: Wer kräftig zahlt, wird bevorzugt behandelt. Daten von Privatleuten oder Kleinfirmen kommen auch irgendwann an. Vielleicht. Oder auch nicht, weil die Zeit abgelaufen ist. Aber das ist ja kein Problem für den Installateur Meier mit 2 Angestellten, mit einer Firma wie General Motors finanziell zu konkurrieren, damit die eigene Webseite genauso schnell lädt wie die von GM.


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