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Verhaltensänderung durch Überwachung

Mon, 25 Jan 2010 09:48:28 +0100

Ändert die alltägliche Überwachung unser Verhalten? Dieser Frage sollen jetzt Forscher nachgehen. Prinzipiell eine gute Idee.

Was mich dann allerdings mindestens genauso interessieren würde, wäre die Bewertung des Ergebnisses. Also, wenn das Verhalten sich ändert, was bedeutet das? Wie ändert sich das Verhalten und warum? Ist das gut oder schlecht? Oder, wenn das Verhalten sich nicht ändert, was bedeutet das? Warum ändert es sich nicht, und was hat das für Auswirkungen auf unsere Sicherheit?

Es gibt da so einen netten Roman mit dem Titel Die verlorene Ehre der Katharina Blum. Darin wird eine besondere Form des Paparazzitums skizziert, die auch heute noch aktuell ist. Auch das ist eine Art der Überwachung, wenn auch noch nicht so systematisch wie das, was unsere Regierung plant. Aber hat dieses Paparazzitum unser Verhalten geändert? In dem Roman hat es das Verhalten der betroffenen Person verändert. Aber alle anderen Personen, die nicht direkt betroffen waren, hat das nicht im Geringsten berührt. Keine Änderung des Verhaltens. So wird das auch diesmal sein, und genau darauf baut unsere Regierung. Wir werden uns weiter verhalten, als gäbe es diese Regierungspaparazzis nicht, bis wir von den Auswirkungen persönlich betroffen sind. Aber dann ist es zu spät. Wer einmal in die Mühlen dieser Justiz gerät, und sei er auch noch so unschuldig, der wird da nie mehr herauskommen und wird von der Gesellschaft ausgegrenzt sein. Nur so Jemand wird sein Verhalten ändern. Aber dann wird es ihm Nichts mehr nützen.

Die Einzigen, die ihr Kommunikationsverhalten grundsätzlich und dauerhaft ändern werden, sind solche, die beruflich kommunizieren. da wären z.B. Rechtsanwälte und Geistliche. Hmmm, Wanzen im Beichtstuhl wären doch bestimmt eine hervorragende Idee, oder?


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