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Wissenschaftlich

Sat, 13 Mar 2010 09:57:09 +0100

Es ist inzwischen wieder und wieder wissenschaftlich belegt und bewiesen worden, dass Gerechtigkeit, und soziales Handeln nicht nur der Gesellschaft als Ganzes nützen, sondern auch dem Einzelnen. Auch dem, der durch sein selbstloses Handeln zunächst scheinbar einen Nachteil hat. Nun gibt es eine weitere Studie, die belegt, dass es auch schlicht gesünder ist, in einer gerechten Gesellschaft zu leben.

Die wissenschaftlichen Beweise sind erdrückend. Und dennoch wird noch immer nach den Prinzipien gelebt, die die allererste Evolutionstheorie aufgebracht hat: Der rücksichtslose Kampf des Stärkeren gegen den Schwächeren. Es gibt sogar Gesellschaftsmodelle wie der Kommunismus, die auf diesem Irrtum aufbauen.

Aber so hoch hinaus muss man gar nicht schauen. Dass z.B. auf deutschen Straßen Krieg herrscht, das weiss man seit bestimmt über 50 Jahren. Jeder weiss es, Keiner macht was dagegen. Wer das dickere Auto hat, hat anscheinend das Recht, Fahrer kleinerer Autos rücksichtslos zu übervorteilen. Und das wird auch noch als gute Fahrweise angesehen. Denn in unserer Ellenbogengesellschaft ist eben Nichts erfolgreicher als der Erfolg.

Diese Ellenbogengesellschaft findet man aber nicht nur im Straßenverkehr. Man findet das an jedem Arbeitsplatz, wo um Posten, Macht, Ansehen und Geld mit allen Mitteln gekämpft wird. Man findet das in der Gender-Diskussion, bei der es letztendlich gar nicht um das Geschlecht geht, sondern um Macht. Man findet es auch bei der gesellschaftlichen Schicht, die sich selber als Leistungsträger bezeichnet und versteht. Als ob ein Arbeiter eben kein Leistungsträger wäre, also keine Leistung erbringen würde. Man findet es selbst in der Familie. Konkurrenz in der Form, dass Jeder gegen Jeden kämpft, gilt heute als das Ideal. Jeder muss für sich selber kämpfen, und wer das nicht oder nicht gut genug kann, ist eben zu schwach und nicht überlebensfähig resp. überlebenswert.

Und man findet es natürlich in der Blogosphere, die ja auch nur ein Abbild der Gesellschaft ist. Hier ist es der rücksichtslose Kampf um Aufmerksamkeit, Anerkennung, Google Rank und irgendwann um Geld. Ausgetragen wird der Kampf teils mit dem Niedermachen anderer Blogger (z.B. in Kommentaren oder auch in eigenen Artikeln), teils mit dem sattsam bekannten Linkgeiz. Jeder ist sich selbst der Nächste. Mein Blog komme, denn mein ist Internet, die Macht und die Herrlichkeit. In Ewigkeit. Amen.

Und auf der Strecke bleiben Gerechtigkeit, Mitmenschlichkeit, Gesundheit und Zufriedenheit. Und auch dieser Artikel wird daran Nichts ändern.


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