Schulzeit

Das ganz normale Chaos, täglich frisch auf den Tisch. Direkt aus der hintersten Provinz in die Metropolen von Groß-Blogistan.

  1. Schulzeit
  1. Schulzeit

    Martina Weisband erzählt von ihrer Schulzeit. Ich dachte immer, nur für mich wäre die Schulzeit so schlimm gewesen. Für Sie war diese Zeit anscheinend auch schlimm.

    Gut, im Gegensatz zu ihr wurde ich kaum von meinen Mitschülern gemobbt. Aber dafür von fast allen Lehrern. Allerdings gab es Ausnahmen. Speziell in den letzten drei Jahren war es deutlich besser. Aber all die Jahre zuvor war ich das Lieblings-Hassobjekt fast aller Lehrer. Nun ja, das lag wohl auch an mir. Ich habe mich nie irgendwo oder irgendwem anpassen können. Das, worüber sich meine Lehrer am meisten aufregten, war, dass ich praktisch nie Hausaufgaben gemacht habe. Bei einem der Lehrer war das mit den Hausaufgaben so schlimm, dass die ganze Klasse rebellierte. Bei der Diskussion stellte der Lehrer klar, dass es doch normal und notwendig sei, etwa sechs Stunden pro Tag mit den Hausaufgaben beschäftigt zu sein, die er aufgab. Ohne diese könne man den Stoff schließlich nicht lernen. Wir mussten ihm erst einmal beibringen, dass wir ausser seinem auch noch andere Fächer haben. Danach ließ der Druck etwas nach. Was aber Nichts daran änderte, dass ich nach wie vor kaum Hausaufgaben machte.

    Bei mir war es nicht das Internet, das die Veränderung brachte. Bei mir war es der Computer. Zu dieser Zeit gab es noch kein Internet. Aber ich hatte einen C64, und später einen selbst aus Teilen aus dem Elektronikladen zusammengebauten PC. Ich lernte programmieren, und wie die Hardware funktionierte. Und ganz plötzlich fand ich mich in einer Gruppe von anderen Computerbegeisterten wieder. Die Meisten waren jünger als ich. Etliche davon Klassenkameraden meines jüngsten Bruders. Das hat mich nicht gestört. Jedenfalls nicht besonders. Natürlich blieb ich dadurch auch weiterhin bis zu einem gewissen Grad ein Aussenseiter.

    Ich weiß, dass es bei den Piraten viele Lebensgeschichten gibt, die meiner ähneln. Leute, die dachten, dass sie nichts können und nicht nützlich sind, aber dann im Internet Bestätigung gefunden haben und daraus Kraft schöpfen. Gewinner des Systems sind keine guten Politiker. Die hatten es immer zu einfach.

    Wir sind nicht allein. Vielleicht sollte ich doch noch zu den Piraten gehen.

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