Shitstorm

Das ganz normale Chaos, täglich frisch auf den Tisch. Direkt aus der hintersten Provinz in die Metropolen von Groß-Blogistan.

  1. Shitstorm
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    Der Shitstorm, die Waffe des Pöbels? Der Artikel bei SpOn ist recht interessant. Allerdings sehe ich die Entwicklung mit gemischten Gefühlen.

    Da ist auf der einen Seite das Obrigkeitsgehabe deutscher Politiker. In Parlament und Regierung hat man sich dermaßen von der Basis und vom Volk entfernt, dass man überhaupt nicht mitbekommen hat, was sich da über Jahre und Jahrzehnte an Wut aufgebaut hat. Nicht umsonst spricht man von den Parlamentariern auch als den "Volkszertretern". Und nun ist man politikerseits überrascht und verärgert über die massive Welle an Beschimpfungen, Beleidigungen und Drohungen, die seit dem Internet endlich auch "dort oben" ankommen. Dabei sind diese Wutausbrüche nicht neu. Nur waren bislang die "Großkopfeten" gut abgeschirmt davor. Insofern ist das gut, dass man dort endlich mitbekommt, was das Volk von seinen Zertretern hält. Das war allerhöchste Zeit.

    Andererseits: Wer am lautesten schreit, hat nicht automatisch Recht. Die Meinung der übelsten Schreihälse im Internet ist nicht die Meinung der Mehrheit. Aber ausgerechnet diese werden am ehesten gehört und beachtet. Diese Schreihälse werden damit zu einer Art Lobbyisten des Punk. Als Gegengewicht zu den etablierten Lobbyisten der Banken und der Großindustrie vielleicht ganz witzig. Nur frage ich mich, warum Politiker so von Lobbyisten abhängig sind. Könnten Politiker nicht selber denken? Ich möchte weder, dass die Politik von den Lobbyisten der Banken gemacht wird, noch von den Lobbyisten der Wutbürger. Weder ungebremster Egoismus noch ungebremste und ungerichtete Wut sind gute Ratgeber für eine nützliche Politik.

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