Sprache und Persönlichkeit

Das ganz normale Chaos, täglich frisch auf den Tisch. Direkt aus der hintersten Provinz in die Metropolen von Groß-Blogistan.

  1. Sprache und Persönlichkeit
  1. Sprache und Persönlichkeit

    Wie sag ich's meinem Kinde? Oder, wie Doris Märtin bei Karrierebibeldas Thema angeht: Wie kommuniziere ich richtig mit z.B. US-Amerikanern.

    Sprachen unterscheiden sich nicht nur in Vokabular und Grammatik. Auch die Art, wie man lobt, kritisiert oder sich präsentiert, ist eine andere.

    Das ist korrekt. Im Gegensatz zu ihr bin ich aber nicht der Meinung, dass man jeden Kommunikationsstil 1:1 nachmachen muss. In der Art zu sprechen drückt sich auch Persönlichkeit aus. Ich habe 2 Jahre in Brasilien, in Rio de Janeiro, gelebt und gearbeitet. Bei dieser Gelegenheit hatte ich ein interessantes und sehr erhellendes Erlebnis. Die Firma bezahlte uns einmal den Eintritt in das Sambodromo zum Karneval. Wir haben unsere Portugiesisch-Lehrerin mitgenommen und uns das Spektakel gemeinsam angeschaut. Nach dem Karneval, in der nächsten Unterrichtsstunde, fragte sie mich, wie mir die Show gefallen hätte. Ich sagte gut!. Da guckte sie mich groß an und fragte: Also nicht so gut? Nun guckten wir uns beide gegenseitig groß an und mussten dann lachen. Dann erzählte sie mir von einem Werbespot von VW, der zur Zeit gerade im Fernsehen lief. Da wurden die neuen Modelle vorgestellt. Die brasilianischen Mitarbeiter stellten die neuen Modelle einem deutschen Vorarbeiter (so richtig im Blaumann) vor. Bei jedem Modell nickte der Blaumann und brummte kurz. Die brasilianischen Untertitel dazu variierten zwischen "sehr gut", "super", "klasse" und Ähnlichem. Das letzte Modell wurde vorgestellt, und der Blaumann bequemte sich neben dem bestätigenden Nicken zu einem "gut". Daraufhin überschlugen sich die Untertitel förmlich. Wir haben beide herzlich gelacht und dann über unterschiedliche Kommunikationsarten sinniert. Das war interessant.

    Ich halte es nicht für richtig, fremde Kommunikationsstile auf Teufel komm raus zu imitieren. Aber, und hier gebe ich Doris Märtin Recht, es ist unbedingt notwendig, andere Kommunikationsstile zu kennen und zu respektieren. Und ein ganz persönlicher Tipp: Humor hilft dabei.

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