Urheberrecht

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  1. Urheberrecht
  1. Urheberrecht

    Wenn es nicht so zum Heulen wäre, könnte man darüber lachen. Über die unglaublichen Verfremdungen und Ablenkungen in der Diskussion um das Urheberrecht. Dabei geht es überhaupt nicht um das Urheberrecht. Es geht um das Verwertungsrecht.

    Auf der einen Seite werden hier Künstler wie z.B. Tatortautoren als Protagonisten stilisiert. Es wird behauptet, der Netzgemeinde ginge es darum, diesen Künstlern ihre Lebensgrundlage zu nehmen oder zu zerstören. Darum geht es wohl in der Netzgemeinde Niemandem. Es geht darum, die viel zu teuren und viel zu restriktiven Nutzungsbedingungen an die heutige Zeit anzupassen, und den Nutzen für Alle zu mehren. Dabei geht es nicht gegen die Künstler, sondern gegen eine überholte Verwertungsindustrie, die satte Gewinne auf Kosten der Künstler und der Konsumenten "erwirtschaftet".

    Auf der anderen Seite werden böse Raubkopierer als Schwerkriminelle als Argument gebraucht, um die Einkommen der Verwertungsindustrie zu sichern. Klar, solche Kriminelle gibt es. Aber das ist eine kleine Minderheit. Die hauptsächlichen "Raubkopierer" sind:

    • Kinder, die sich die teuren Lizenzen nicht leisten können. Kinder, die keinen monetären Gewinn aus der Kopie ziehen. Kinder, die zusammenlegen, sich davon eine Lizenz kaufen, und diese im Freundeskreis dann kopieren.
    • Kultur- und Bildungseinrichtungen. Schulen zum Beispiel. Schulen, die den Kindern Kultur näher bringen sollen. Kopien für Lehre und Wissenschaft sind, zumindest hier in Deutschland, gesetzlich abgesichert. Aber die Verwertungsindustrie wirft das mit der raubkopierenden Russenmafia in einen Topf.
    • Und nicht zuletzt die Künstler selbst. Früher nannte man das Collagen, heute Mashups. Auch das ist eine Kunstform.

    Wäre schön, wenn diese Personenkreise mal in das Zentrum der Diskussion rücken würden. Aber mit Kriminellen auf der einen Seite und armen hungernden Künstlern auf der anderen Seite lässt sich halt mehr Stimmung machen.

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