Wer bin ich

Das ganz normale Chaos, täglich frisch auf den Tisch. Direkt aus der hintersten Provinz in die Metropolen von Groß-Blogistan.

  1. Wer bin ich
  1. Wer bin ich

    Uralte Frage: Wer bin ich. In Zeiten des Internet neu aufgelegt: Wer bin ich. Robert Basic fragt sich das im Zusammenhang damit, was er von sich im Internet preisgibt. Eine gute Frage. Bin ich das, was ich hier schreibe? Oder ist das allenfalls ein Fragment von mir? Felix Schwenzel von Wirres.net gibt darauf eine gute Antwort:

    malerei, bildhauerei, sprache, tanz, mimik, gestik, bloggen, twittern, facebooken (und so weiter) sind (unvollkommene) werkzeuge, die wir benutzen um unsere persönlichkeit und menschlichkeut auszudrücken. aber wir sollten uns davor hüten uns und unser „wesen“ mit den werkzeugen die wir benutzen gleichzusetzen.

    Kann ich beinahe unterschreiben. Ich glaube nicht, dass sich Irgendjemand mit den Werkzeugen gleich setzt. Aber wir können (müssen?) uns identifizieren mit dem, was wir mit Hilfe dieser Werkzeuge schaffen. Nicht das Werkzeug ist Teil unseres Wesens. Wordpress hat als Werkzeug mit mir als Person mal gar Nix zu tun. Aber das, was wir damit schaffen, drückt einerseits unser Wesen aus, und prägt andererseits auch unser Wesen. Das, was wir schaffen, entspringt aus unserem Wesen und fließt wieder zurück, indem es unser Wesen prägt.

    Selbstverständlich sollten wir dabei beachten, dass alle diese Kommunikationsformen unser Wesen nur fragmentarisch zeigen. Dennoch, ähnlich wie bei einem Hologramm zeigt auch ein kleines Fragment die ganze Wirklichkeit. Nicht in der ganzen Qualität, also sozusagen mit Bildstörungen, aber dennoch ganz. Wir können unser Wesen nicht aufteilen. Das, was wir schaffen, entspringt immer unserem ganzen Wesen. Das Fragment, die Facette, die dabei rüberkommt, ist immer ein Teil des Ganzen und lässt das Ganze immerhin erahnen. Mehr oder weniger gut.

    Wäre noch hinzuzufügen, dass rein schrifliche Kommunikation die Offenbarung der Persönlichkeit noch mehr fragmentiert als das direkte Gespräch von Person zu Person. Es fehlen all die subtilen Signale der non-verbalen Kommunikation.

    Was die Durchkommerzialisierung des Internets angeht, das sehe ich durchaus mit Sorgen, gerade in diesem Zusammenhang. Menschliche Vielfalt lässt sich nun mal sehr schlecht in Wirtschaftspläne pressen. Und sollte es doch gelingen, machen sich die Menschen selbst zu einer facettenlosen grauen Einheitsmasse. Der einzige Unterschied wird dann nur noch der sein, dass die Einen zahlen, und die Anderen kassieren.

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